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![]() „Pass auf Buffy, gleich sind wir dran“ Buffy sagt schon mal „Guten Tag“ |
Cleo ist eine Samojedenhündin,
ein Schlittenhund. Seit 5 Jahren bereits besucht sie gemeinsam
mit weiteren Hunden aus ihrem Rudel einmal in der Woche die
Schüler der Mauritiusschule in Ahorn bei Coburg. |
Bis zu 8 Hunden nehmen an den Therapiestunden teil, natürlich Cleo – die Samojedenhündin. Sie wurde wohl als Therapiehund geboren mit ihren einmaligen Fähigkeiten, wie auch Chaila und Angel, die Wolfsspitzdamen, Buffy und die relativ junge Dana, beide Großspitze, Fritzi, ein Kleinspitz und jetzt noch Ivo, ein Labrador und Akito, ein Samojede wie Cleo.
Mit Hunden arbeiten spornt an
Wenn die Tagesstättenkinder und Jugendlichen mit den Hunden arbeiten, geht es bunt zu. Diese haben meist leichtere geistige Behinderungen und können richtige Übungsfolgen alleine mit den Hunden machen. Manche kennen die Hunde schon 5 Jahre. Die Übungen werden immer ohne Leine gemacht. Die würde nur behindern.
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Ivo arbeitet ruhig und konzentriert. Der Junge mag Ivo „Das is meiner“, sagt er jedes Mal, wenn er ihn sieht. |
Bis zu 13 Kinder und Jugendliche arbeiten manchmal gleichzeitig mit 6 Hunden im bunten Durcheinander - Sitz, Platz, Heranrufen, Pfötchen geben, über Hindernisse springen, Slalom durch die Beine… Man sieht es den Jungen und Mädchen, sowie den Hunden an, mit wie viel Spaß sie bei der Sache sind. Die Hunde werden ausgetauscht, üben immer wieder mit jemand anderen Kind. Und es klappt. Es ist immer wieder erstaunlich, wie die Hunde sich auf das jeweilige Kind konzentrieren im bunten Gewirr von unterschiedlichsten Kommandos und Sichtzeichen. Die Kinder und Jugendlichen entwickeln ungeahnte Fähigkeiten. Hyperaktive müssen sich konzentrieren, damit die Übung klappt. Schüchterne können es kaum erwarten, dass sie dran sind. Bewegungsarme rennen mit den Hunden.
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Stolz zeigt dieses Mädchen bei
einer Vorführung zur bayrischen Meisterschaft mit Chaila den
Reifensprung. Sie muss den
Reifen gerade halten und mit der anderen
Hand richtig zeigen. Prima, wie sie die Bewegungen koordiniert.
Fritzi springt
derweil über die Beine des Jungen
Heute dürfen die schwerstbehinderten Schüler ran. Cleo und ihr Labradorfreund Ivo sind bereits ein fester Bestandteil im Unterricht dieser Schüler geworden. Auch Angel und Buffy dürfen in diesen Klassen arbeiten.
Arbeit mit Kindern – hier geht es weit über das Kontaktaufnehmen und Streicheln hinaus. Die Hunde sind speziell ausgebildet. Bei Schülern mit schweren Behinderungen bringt eine Ausbildung nach festem Schema mit starren Kommandos nichts. Die meisten Schüler in diesen Klassen können nicht richtig oder gar nicht reden, können die Bewegungen nicht richtig koordinieren. Oft haben sie am Anfang Angst vor den Hunden.
Diese Hunde haben besondere Fähigkeiten
Ein absoluter Gehorsam auf den kleinen Fingerzeig, auf den Haken abrufbar, zentimetergenaue Positionierung sind hier Grundvoraussetzung. In den Augen lesen können und eine unstillbare Arbeitsfreude zeichnen diese Hunde aus. Trainiert sind sie auf Körpersprache und nur über positive Motivation. Nur so können Sie den Stress aushalten, dem sie hier manchmal ausgesetzt sind. Manche Schüler handeln aggressiv, treten nach den Hunden, verkrallen sich im Fell, so dass man jeden Finger einzeln lösen muss. Es kommt auch zu nicht angemessenem Verhalten wie Schreien und Stühle umwerfen kurz hinter den Hunden. Aber die Hunde arbeiten unbeeindruckt immer wieder mit der gleichen Geduld mit den Kindern und Jugendlichen. Nie würden sie schnappen, schauen sich höchstens hilfesuchend um, gehen still weg von jemandem, der gerade aggressiv ist, um die nächste Übung zu machen. Erstaunlich, was ein Hund zu leisten vermag.
Die Übungen sind auf das Leistungsvermögen der Kinder und Jugendlichen zugeschnitten. Hinsetzen, Hinlegen, Heranrufen, über ein Hindernis springen, außen herumgehen, tanzen, Slalom durch die Beine, Kullern… Es ist faszinierend, wie die Hunde die Schüler anschauen, wenn sie versuchen, in ihren Augen zu lesen. Die Bewegungen sind aufgrund der Behinderung oft unbeholfen und aktives Sprechen nur durch einzelnes Lautieren möglich. Die Hunde konzentrieren sich voll auf das Gegenüber – gibt es auch nur ansatzweise die richtigen Sichtzeichen, klappt die Übung und der Schüler freut sich riesig. Alle klatschen Beifall.
Der Hund als Co-Therapeut
Die Erfolge sind beachtlich. Der Zugang zwischen Therapeuten und behinderten Menschen ist oft schwieriger als der zwischen dem Schüler und dem Hund. Mit Hunden zu arbeiten, spornt an. Hunde haben keine gesteckten Ziele, keine Vorurteile, kennen keinen Ekel. Sie schauen die Kinder erwartungsvoll an, „He, spiel mit mir“, fordern die Kinder und Jugendlichen auf, etwas zu tun.
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jetzt konzentriertes Arbeiten mit Cleo |
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Da ist zum Beispiel L., ein kleines Mädchen, das ein sehr eingeschränktes Sprachverständnis hat. „Sie nimmt nur Kontakt über Gegenstände auf, lebt in ihrer eigenen kleinen Welt.“ hieß es. Cleo, die sanftmütige Samojedenhündin halt entscheidend mit, die Sperre zwischen dem Kind und seiner Umwelt zu durchbrechen. Bereits nach der zweiten Übungsstunde nahm L. ganz gezielt Cleos Pfote, als sie guten Tag sagen sollte. Nach kurzer Zeit wusste sie genau, was Hinsetzen, Hinlegen usw. bedeutet und gab den Hunden die richtigen Sichtzeichen. Über 15 Kommandos kennt sie und lässt die Hunde danach arbeiten. Als L. nach langer Zeit einmal wieder die Aufgabe bekam Cleo „tanzen“ zu lassen, stand sie auf, sang ein kleines Lied in ihrer eigenen Murmelsprache vor sich hin, drehte sich selbst im Kreis und machte mit ihrem kleinen rechten Zeigefinger genau die Bewegung, die Cleo mittanzen ließ. Alle konnten es kaum fassen, was sich vor ihren Augen abspielte. „Das gibt es nicht!“ Staunen, Bewunderung über die Leistungsfähigkeit von L. – mit Cleo.
Oder T., ein Junge mit autistischem Verhalten, ein Junge, der aggressiv werden kann, wenn er aufgeregt ist, überfordert wird oder wenn es nicht nach seinem Kopf geht. Am Anfang hatte er viel Angst vor Cleo, saß ganz oben auf der Fensterbank in Sicherheit. Cleo arbeitet der Reihe nach mit den Mitschülern. Damals sollte sie über ein Hindernis springen. T. schaute von hinten den anderen Kindern zu. Dann war er dran. Cleo wusste es genau und spürte auch, was T. fühlte. Sie ging schon gar nicht soweit auf ihn zu, wie üblich, lachte über das ganze Gesicht. Der Schalk saß ihr in den Augen. T. sollte nur das Kommando geben: „auf die Plätze, fertig …“ Cleo wartete gar nicht, bis T. „.os“ sagte, Sie wusste genau, dass er in diesem Moment noch viel zu aufgeregt war, um überhaupt etwas zu sagen. Sie hüpfte in lustigen Sprüngen los, sprang über das Hindernis, kam schwanzwedelnd und lachend zurück. Die Augen strahlten den Jungen an – und – alle lachten, auch T. Ein Kind, das lacht, hat keine Angst und keine Aggressionen. T. lernte, mit Cleo zu arbeiten. Bereits nach kurzer Zeit lief er mit Cleo zusammen durch das Zimmer und ließ sie leichte Übungen machen.
Am Schulfest wuchs er dann über sich hinaus. Einige Kinder wollten den anderen Schülern und vor allem den Eltern zeigen, was sie gelernt haben. T. war auch dabei. Vor ca. 500 Menschen inmitten der 5 anderen Therapiehunde zeigte er mit seiner Cleo sein Meisterstück. Es ging über 3 Stangenhindernisse, durch einen Reifen, durch 2 Tunnel und noch mal über ein Stangenhindernis. T. schaffte es, mit seiner Cleo alle Hindernisse alleine zu überwinden, ohne dass jemand mit ihm lief. Als er voller Stolz im Ziel ankam, strahlte er über das ganze Gesicht. Er war in diesem Moment der schönste Junge der Welt, als er überglücklich sagte „No..mal“
Und da sind noch die Koma-Patienten. Meist regungslos schauen sie leer in die Welt. Sie können doch eigentlich einem Hund nichts geben, kein Streicheln, kein gutes Wort, kein Leckerli. Und doch fühlen sich die Hunde hingezogen, begrüßen solche Menschen mit dem gleichen freudigen Schwanzwedeln, wie gute Bekannte.
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Freudig wird das Mädchen im Rollstuhl begrüßt. |
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Sie legen sich auf den Schoß, stupsen zärtlich die Hand, schmiegen den Kopf an den regungslosen Körper. Und die Augen dieser Menschen verändern sich, bekommen Ausdruck. Ein Hauch von Lächeln huscht über das Gesicht, kaum merklich bewegen sich die Fingerspitzen im weichen Fell. Können sie wirklich nichts geben? Doch – Gedanken! Hunde spüren die Veränderung im Körper solcher Menschen, spüren Regungen, die mit den Augen nicht sichtbar sind. Ja, es gibt sie, diese Telepathie zwischen Hund und Mensch. Man muss nur hinschauen. Die Hunde haben es noch nicht verlernt, Gefühle, Gedanken zu spüren und darauf zu reagieren. Wir Menschen leider schon – wir sind gefühlsarm geworden.

Der intensive Körperkontakt ist
wichtig für Komapatienten
Und so schaffen Hunde genau wie Delfine kleine Wunder, Wunder wie bei L. oder T. oder bei S. einem jungen Mann, der einen schweren Verkehrsunfall hatte mit schwersten Kopfverletzungen, im Wachkoma liegend. Er sperrte sich gegen die Therapeuten, wollte keine Übungen machen, nicht reden und schrie oft ungeduldig herum. Mit Cleo und Fritzi lernte er wieder reden, seine Stimme zu gebrauchen. Er konnte den auffordernden Blicken und zärtlichen Stupsern nicht widerstehen. „Spiel mit mir!“ hießen die freundlichen Aufforderungen mit Blickkontakt zu den Augen von S. Und S. spielte mit, freute sich auf die Übungsstunden mit den Hunden. Am Anfang klang die Stimme noch rau und gequält, wenn er „Cleo Hopp!“ sagte. Er musste sich sehr anstrengen, um zu reden und die Arme zu bewegen, damit die Übungen klappten. Belohnt wurde er mit strahlenden Hundeaugen. Mit Cleo und Fritzi machte S. enorme Fortschritte. Nach 2 Jahren wöchentlicher Arbeit war es geschafft. S. braucht die Hunde nicht mehr. Er arbeitet jetzt aus eigenem Antrieb, kann im Wasser schon gehen, ist soweit, dass er in die Rehaklinik kann. Sicher, es war nicht der alleinige Erfolg der Hunde, viele haben mitgeholfen. Aber sie waren wichtige Co-Therapeuten. Das erkannte auch S. Mutter. Sie, die nie einen Hunde haben wollte, kaufte S. einen kleinen Mischling. Sie hat erkannt, welchen positiven Einfluss Hunde auf Menschen haben können.
Die Einlösung
eines Versprechens
Sascha hat es geschafft! Er kann alleine im Sacco-Cart sitzen.
Die ganze Familie ist stolz, mit Recht!




Und hier ein paar aktuelle Bilder "in der Mauritiusschule 2009"
Die Tagesstättengruppe
Onida
Buffy
Cleo
Angel
Cleo
Buffy
Buffy, Cleo, Angel
Angel beim Anlegen des Sledworkgeschirr

Onida
Vielen Dank an die Firma Sledwork für die Unterstützung der Therapiearbeit
