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Angefangen hat es eigentlich mit einem Gedanken, einer
Wortspielerei. Ich hatte den ersten Wurf Wolfsspitzwelpen.
Bei der Aufzucht der Welpen lege ich sehr viel Wert auf
die Prägung auf die unterschiedlichsten Menschen. Also
lade ich mir viele Besucher ein. Alle, auch die
zukünftigen Wolfsspitzkäufer hätten am liebsten meine
Samojedenhündin Cleo mitgenommen.
Irgendwie läuft diese sympathische Hündin sogar den Welpen
den Rang ab. Cleo ist aber ein Schlittenhund, und das
durch und durch. Ich bezeichne sie immer als
„Schlittenhund Kategorie durchgeknallt“. Ohne ihren
Arbeitstrieb beim Ziehen auszuleben, ist dieser Hund
unleidlich, beim Agility/Turnierhundsport und als
Therapiehund zu überdreht. |
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Ich
weiß nicht, ab alle Samojeden so sind. Aber ich züchte aus
Prinzip keine Samojeden, weil ich die Ansprüche an die Käufer
sehr hoch stellen würde. Sie müßten wenigsten halb so verrückt
sein, wie ich. Ich laufe z.B. nicht, weil ich Hunde habe,
sondern ich habe Hunde, weil ich viel laufe! (Im Sommer um
4.00 Uhr aufstehen und um 5.00 Uhr schon mitten im Wald sein –
herrlich.) Da kam mir der Gedanke, weiße Großspitze mit in
mein Rudel aufzunehmen, so quasi als Alternative. Diesen
Gedanken äußerte ich auch bei der Wurfabnahme. Und so kam der
Stein ins Rollen. Nach einiger Zeit rief mich Frau Körner an:
“In Erlangen ist noch eine Hündin zu haben.“ Und so holte ich
„Buffy vom Steingarten“. Sie war ein schöner, kräftiger Welpe,
wurde dann aber doch nur so groß wie ihre Mutter. Ganze 43 cm
Schulterhöhe hat sie bei gerade mal 12 kg Körpergewicht. Tja,
einen Großspitz stellte ich mir schon etwas größer vor. Nun
gut, jetzt ist sie da und man muß sie nehmen, wie sie ist. Auf
einer Ausstellung sagte ein Richter zu mir: “Die Hündin ist
mir etwas klein.“ Ich antwortete: “Mir auch, aber was soll ich
machen, sie wächst nicht mehr.“
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Buffy als Welpe und als erwachsener Hund
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Mit 1 ½
Jahren fing ich an, einen passenden Deckrüden für Buffy zu
suchen. Größer und kräftiger sollte er sein, mit mehr Fell und
besserem Pigment. Ja Pustekuchen. Es gibt nicht viele
Deckrüden und die, die mir gefallen, sind sehr nahe mit Buffy
verwandt. Nun ist Buffy aber schon sehr eng gezogen.
Dann kam
die Nachricht, man darf Weiß mit Schwarz verpaaren. Der
Gedanke gefiel mir – Die Schwarzen haben Größe, Pigment und
mehr Fell. Aber wie werden die Welpen? Reinerbig schwarz und
reinerbig weiß gibt eigentlich schwarz, eigentlich!? Ich
wollte weiße Großspitze haben. Geh ich den Umweg schwarz und
dann wieder weiß? Was ist, wenn Welpen doch nicht ganz schwarz
werden? Ich habe mit vielen Hundebesitzern und Interessierten
darüber gesprochen. Da ich einen Hundepflegesalon habe, habe
ich jede Menge Möglichkeit dazu. Das überraschende(?)
Ergebnis: Die meisten finden es schön, wenn ein weißer
Brustfleck oder weiße Pfoten da sind. Und jetzt mal ehrlich:
Wie viele unserer Welpenkäufer wollen auf Ausstellungen oder
züchten? Die meisten wollen den Hund als Familienhund und
lieben das „Besondere – das weiße Fleckchen“ an ihrem Hund.
Wenn also bei jedem Wurf nur ein Welpe dabei wäre, der voll
dem Standard einfarbig entspricht, hätte die Großspitzzucht
einen Erfolg zu verbuchen. Man muß manchmal Umwege gehen und
nicht den geraden, einfachen Weg wählen.
Auch bei
meiner Tierärztin habe ich die Problematik angesprochen. Ihre
Frage: “Welche Erbkrankheiten sind an die weißen Flecken
gebunden?“ Ich sagte: „Keine“ Sie darauf: „Warum darf es dann
nicht sein?“ ich: „weil es so im Standard steht.“ Sie: „Es ist
doch besser, bei ein paar Welpen Flecken zu haben, als durch
zu enge Zucht das Auftreten von Inzuchtdepressionen zu
begünstigen (z.B. Verringerung des Größenwachstums! ,
Leistungsminderung, Reduzierung der Fruchtbarkeit und
Langlebigkeit bzw. Zunahme von Umweltempfindlichkeit und
Krankheitsanfälligkeit)“.
Inge
Hansen schreibt dazu in ihrem Buch „Vererbung beim Hund“: „Das
Auftreten von Inzuchtschäden hängt immer davon ab, in welche
Intensität Inzucht eingesetzt wurde. Bei stark ingezüchteten
Zuchthunden treten die Negativeffekte schneller und deutlicher
hervor.“ und weiter „Fremdzucht ist ein wichtiges
Verpaarungssystem. ... H. Wachtel beschreibt in seinem Buch
Hundezucht 2000 ausführlich die Nachteile der Inzucht und
fordert die Rassehundezuchtvereine und die Züchter
nachdrücklich auf, mehr Fremdzucht wegen der Erhöhung der
Gesundheit und der Vitalität durchzuführen, um damit die
gefährliche Anhäufung der „Schadgene“ oder „Gendefekte“ zu
vermeiden.“ Fremdzucht wäre also in meinem Fall die Wahl eines
Rüden, der nicht mit Buffy verwandt ist, also ein Schwarzer.
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Nach
all diesen Überlegungen und mehr Für als Wider habe ich
mich für eine Verpaarung mit „Brit z Bratislavy“
entschieden und die entsprechenden Papiere bei Herrn Mende
eingereicht. |
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Buffy wird
Mutter
Es hatte
alles geklappt. Die Bestätigung für die Verbindung mit Brit
ist gerade noch rechtzeitig gekommen. Brit ist ein sehr
schöner Rüde mit einem wunderbaren Wesen. Natürlich hatte ich
mir den Rüden vor dem Decktermin angeschaut.
Schon nach
einer Woche war ich mir fast sicher – Buffy bekommt Welpen.
Wenn man ständig eng mit seinen Tieren zusammenlebt, merkt man
die kleinste Veränderung. Und tatsächlich, der Ultraschall
brachte Gewissheit, mindestens vier Welpen werden es sein.
Am 07. 05.
2003, 4 Tage früher als der Wurftermin, war es dann soweit.
Innerhalb von nur 2 Stunden brachte Buffy 5 schwarze
Welpen auf die Welt – 4 Rüden und eine Hündin.

Es waren
kräftige Welpen mit einem Geburtsgewicht, wie ich es von den
Wolfsspitzen kenne 300 – 340g. Alle hatten etwas weiß an den
Zehen und auch einen dünnen weißen Bruststrich. Ein Rüde
schimmerte anders, ist es braun oder nicht? Man wird sehen,
wie er sich rauswächst. Woher kommen jetzt die weißen
Abzeichen? Ich kenne sie auch von den altdeutschen Hütehunden
und schwarzen Riesenschnauzern. Ich habe einen
Hundepflegesalon und betreue den PSK Schalkau, mache ihre
Hunde auf Ausstellungen zurecht. Auch diese Hunde haben
manchmal weiße Fußspitzen oder auch etwas weiß an der Brust.
Auch bei den Wolfsspitzen hatte ich es bei einigen Welpen. Es
hatte sich meist schon bis zur Wurfabnahme verwachsen. Bei
diesen Hunden wurde nie weiß eingekreuzt. In der
Sonderausgabe der Zeitschrift „Der Hund“ – „Erfolgreich Hunde
züchten“ fand ich die Antwort: „Die Pigmentbildung selber
beginnt oft erst nach der Geburt; dies erklärt auch die bei
der Geburt weißen Dalmatiner sowie das Verschwinden kleiner
weißer Abzeichen an Zehen und Rutenspitze vieler Welpen im
Verlauf der ersten Lebenswochen.“
Und weiß
(C-Locus) gehört zu einem anderen Gen als Scheckung (S-Locus).
Buffy
zeigte sich als eine sehr fürsorgliche Mutter. Sie war ja
schon immer etwas „hochnäsig“, aber jetzt wurde sie sehr
vornehm und redete in ganzen Sätzen mit mir. Nein, sie konnte
nicht aufstehen, um Wasser zu trinken. Ich musste ihr den Napf
unter die Nase halten: „Du siehst doch, ich kann nicht
aufstehen. Eins von meinen Kleinen liegt gerade auf meiner
Pfote. Reiche mir doch bitte das Wasser.“ Sie bewegte sich so
wenig, oder besser gar nicht in der Wurfbox, dass ich
zwischendurch die Kleinen aufweckte und sie zum säugen
anlegte. Nach ein paar Tagen ging es dann besser und die
Kleinen nahmen brav zu. Mit knapp 3 Wochen gab es die erste
Milch zu schlappern und nach ein paar Tagen etwas Welpenbrei.
Buffy hatte aber so viel Milch, dass die Kleinen halt nur zum
Gewöhnen etwas naschten. Mit 14 Tagen waren die Welpen dann
auch schon tagsüber im Garten. Schnell entwickelten sie sich
und rannten mit den Grauen (ich habe noch einen Wurf
Wolfsspitzwelpen -–2 Tage älter) durch die Wiese. Die
Schwarzen stehen den Grauen in nichts nach, außer dass sie
nicht so gierig fressen. Es sind schöne kräftige Kerlchen
geworden.
Mit 5-6
Wochen bekamen 3 Welpen etwas graue Unterwolle. Wie das jetzt,
wieder fragte und las ich nach und erfuhr, schwarz ist nicht
gleich schwarz. Stellt man mehrere schwarze Großspitze
nebeneinander, fallen die unterschiedlichen Nuancen auf.
Manche Riesenschnauzer haben bis zum 2. Lebensjahr sehr viele
weiße Haare zwischen den Schwarzen, und sind dann schwarz. Ich
bin gespannt, wie es sich bei meinen Welpen herauswächst. Mein
Interesse ist geweckt. Früher überblätterte ich immer
Gentechnik und Farbvererbung, jetzt lese ich nach und versuche
zu verstehen. Die weißen Pfotenspitzen sind bei drei Welpen
schon ganz weg, bei den anderen Zweien sind sie schon
wesentlich kleiner geworden. Schade eigentlich, obwohl es
nicht sein darf, es sieht hübsch aus. Den Welpenbesuchern
gefallen auch die mit weiß besser. Und der Rüde, der die
größten weißen Flecken an den Hinterfüßen hatte, fand als
erster mit 3 Wochen sein zukünftiges zu Hause. Ich werde die
kleine Hündin behalten, den Rüden, der immer noch bräunlich
schimmert, möchte ich in nächster Nähe verkaufen. Ich will
seine Entwicklung sehen können. 2 Rüden sind sehr schön
schwarz. Es wäre schon, wenn wenigstens einer von ihnen später
als Deckrüde zur Verfügung stände.
Wie ich mit der schwarzen
Hündin weiter züchten werde, wird sich zeigen. Ich glaube, ich
möchte auch meinen Beitrag leisten, den schwarzen Großspitz zu
erhalten. Aber für mich wäre es doch auch interessant, mit
einem weißen Rüden zu verpaaren. Wie gesagt, mein Zuchtziel
ist eigentlich ein weißer Großspitz, den man auf den ersten
Blick auch als Großspitz an der Größe erkennt mit dunklem
Pigment und etwas längerem Haar, als es Buffy hat. Ich werde
wahrscheinlich, wenn Dana zuchttauglich wird, beides
ausprobieren, einen schwarzen Rüden, um schwarz zu erhalten
und später einen Weißen, um mein Zuchtziel zu verwirklichen.
Und ich bin gespannt auf die Ergebnisse.
Die wichtigsten
Merkmale für mich sind Gesundheit, Vitalität und urtypisches
Verhalten, die Farbe sollte, wenn es um die Erhaltung einer
Rasse geht, nicht zu sehr in den Vordergrund gestellt werden.
Habe ich die Wahl zwischen einem gleichfarbigen aber in der 2.
oder 3. Generation verwandten Rüden oder einem andersfarbigen
Nichtverwandten, gebe ich der Fremdzucht den Vorzug. „Inzucht
bringt nichts Neues in die Zucht. Sie soll durch das Zielen
auf die Reinerbigkeit bestehende Merkmale oder Eigenschaften
festigen. Mit der gleichen Wahrscheinlichkeit, mit der sich
durch Anwendung der Inzucht erwünschte Eigenschaften festigen,
erhöht sich auch die Anzahl unerwünschter, krank machender
Eigenschaften und Merkmale, Defekte und Missbildungen.“
(Vererbung beim Hund, I. Hansen). Der Vorteil von
andersfarbigen Rüden gegenüber z. B. registrierten Rüden ist
für mich, dass die Vorfahren bekannt und vor allem geröntgt
sind.
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