Kind und Hund gehören zusammen.

Unter diesem Motto fand eine
fast zweijährige freundschaftliche Zusammenarbeit zwischen dem
Coburger Hundeclub und Kindern der Mauritiusschule Ahorn ihren
Höhepunkt
Eine Tagesstättengruppe der
Schule zur individuellen Lebensbewältigung hat in vielfältigen
Aktionen wie gemeinsamen Wanderungen, Übungsstunden, Vorführungen
des Coburger Hundeclubs beim Schulfest bis hin zum zeitintensiven
Projekt „Chaila Bekommt Babys“ gelernt, mit einigen Hunden des
Coburger Hundeclubs umzugehen und kleine Übungen zu zeigen.
Da ist zum Beispiel „Cleo“, die
sanfte Samojedenhündin, die mit ihrem besonderen Wesen hilft, Ängste
abzubauen. Oder „Fritzi“ und „Fine“, die kecken Kleinspitzdamen, die
durch viele Kunststückchen die Kinder begeistern. „Chaila“ ist eine
ruhige, besonnene Wolfsspitzhündin, die leicht zu führen und sehr
zuverlässig ist.
Die Kinder lernten, wie man sich
verhält, wenn man Hunden begegnet, wie man mit ihnen an der Leine
geht und wie man Übungen mit dem Hund machen kann. Sie lernten auch,
dass Hunde lebendige Wesen sind, deren Bedürfnisse man respektieren
müsse.
Stolz stellten die Kinder „ihre
Hunde“ den Eltern vor. Die glücklichen Kinder tollten inmitten frei
spielender Hunde, zeigten konzentriert die kleinen Übungen,
überwanden mit den Hunden spielend einen kleinen Parcours.
Antriebsarme Kinder rannten über den Platz, Schüchterne konnten es
kaum erwarten, zu zeigen, was sie gelernt haben. Hyperaktive Kinder
schafften es, sich zu konzentrieren, damit die Übung gelang.
Toll war auch die
Bollerwagenfahrt: einmal im Wagen sitzen und sich von den Hunden
ziehen lassen und einmal selbst die großen Hunde vor dem Wagen
führen – was für eine Bestätigung des Selbstbewusstseins der
Kinder: „Ich kann etwas.“
Mit Begeisterung wurde auch die
Vorführung von den Kindern und Jugendlichen des Coburger Hundeclubs
aufgenommen. Es war eine Freude zu sehen, wie leicht die
Unterordnungsübungen und Tricks von der Hand gingen. Klar, der eine
oder andere Hund musste korrigiert werden. Aber wer selbst einen
Hund besitzt weiß, wie schwer es ist, einen Hund inmitten seiner
vierbeinigen Spielkollegen Fuß laufen zu lassen. Die jugendlichen
Hundeführer sind schließlich erst im Alter zwischen 7 und 15 Jahren.
Im Coburger Hundeclub trainieren
inzwischen 13 Jugendliche mit ihren Hunden. Einige von ihnen laufen
bereits Agility-Turniere und konnten schon des öfteren Pokale mit
nach Hause nehmen. Zuvor jedoch musste die Begleithundeprüfung
bestanden werden, ein ordentliches Stück Arbeit. Auch im
Juniorhandling sind die Kids erfolgreich. Die Kinder und
Jugendlichen haben ein Betätigungsfeld gefunden, das viel Disziplin,
Verantwortungsbewusstsein, Zielstrebigkeit, Ehrgeiz und
Rücksichtnahme verlangt. Brauchen sie nicht genau diese
Eigenschaften in ihrem späteren Leben? Die Arbeit zahlt sich aus:
sei es bei der Teilnahme an Wettkämpfen, bei Vorführungen oder auch
nur, wenn man in der Öffentlichkeit mit einem gehorsamen Hund
auffällt.
Genau das ist das Hauptanliegen
des Coburger Hundeclubs: familienfreundliche Begleithund, die man
überall mit hinnehmen kann, egal, welcher Rasse sie angehören, ob
groß oder klein. Sie lernen bei uns nicht nur einen
„Hundeplatzgehorsam“, sondern sie lernen Gehorsam in
Alltagssituationen, Zuverlässigkeit im täglichen Leben, denn
spielende und lärmende Kinder gehören zum Alltag. Für die Hunde des
Coburger Hundeclubs ist das ein gewohntes Bild, denn wir haben den
Slogan „Kind und Hund gehören zusammen“ aufleben lassen und den Hund
als das gezeigt, was er wirklich ist: der beste Freund des Menschen.
Strahlende Kinderaugen und die
Worte eines behinderten Mädchens: „Heute ist der schönste Tag meines
Lebens“ – ein schöneres Dankeschön kann es nicht geben.
Marina Arend im Juli 2001
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