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Zelten:

Als wir damals auf dem Turnier gezeltet hatten, schlief Cleo ja auch nicht im Zelt. Aber damals dachte ich, daß sie auf die Kinder aufpassen wollte. Inzwischen weiß ich es besser, Cleo schläft grundsätzlich nicht im Zelt.

Ich war mit meinen 5 Hunden, einem Bollerwagen mit meinem Gepäck und Zelt auf dem Rennsteig unterwegs.

   

Die Hunde zogen den Wagen und wo es uns gefiel, bauten wir das Zelt mitten im Wald auf. Natürlich sollten die Hunde mit im Zelt schlafen. Schließlich gibt es genug Tiere im Wald. Und wenn die in die Nähe des Zeltplatzes kämen, würden die Hunde bestimmt anschlagen.

Abends gibt es eh immer eine „Zahnbürste“. Da die Hunde ja den ganzen Tag gearbeitet haben, hatte ich große Stücken getrocknetes Rindfleisch dabei – eine Delikatesse für meine Hunde. Am ersten Tag ließ sich Cleo mit ins Zelt locken. Morgens lag sie draußen, war unter der Zeltwand durchgekrochen. Am nächsten Tag beobachtete sie abends genau mein Tun. Als ich das Fleisch suchte, stand sie auf und ging, soweit es die Leine zuließ, weg vom Zelt. Dort saß sie an straffer Leine, die Ohren seitlich gestellt, die Augen zu einem Schlitz geschlossen:

„Wenn du willst, daß ich das Fleisch esse, dann bringst Du es hierher. Ich gehe nicht ins Zelt!!!“

Sie schlief nur draußen, aber man hörte von ihr keinen Ton. An einem Morgen hypnotisierte sie den Baum, unter dem das Zelt stand. Es saß ein Eichhörnchen drauf und doch hat sie nicht gebellt. Sie wußte, daß mir die Nachtruhe heilig ist. Zu Hause im Garten hätte sie garantiert Rabbatz gemacht.  

Cleo, der Extrem-Sportler

Ich wurde einmal gefragt, ob Long-Distance nicht Quälerei wäre für den Hund, schließlich wollte ja der Mensch die weiten Strecken zurücklegen und nicht der Hund. Dieses Vorurteil kennen viele Musher, hier meine Gedanken dazu:

Cleo ist ein Hund, mit dem man ein solches Unternehmen wagen könnte! Und wenn man als Musher solche Dinge erleben darf, wie ich es durfte im Kleinen, dann wächst die Lust, ein solches "einer der letzten Abenteuer" mitzuerleben. Mit dem Team (das ist das Hundegespann) in der Wildnis unterwegs zu sein, die sicheren Instinkte der Leithunde zu spüren, mit ihnen zusammen die Strecke zu bewältigen. Schlittenhunde vom ursprünglichen Typ lieben die Herausforderung, wollen laufen laufen laufen, wachsen mit jeder Aufgabe......    Ein Musher aus dem SSCT (da bin ich ja organisiert) war in Norwegen und ist da eine Distance-Tour mitgefahren. Dieser Musher ist übrigens Pfarrer und ein sehr guter Mensch! Er sagte "Es ist unglaublich. Da laufen die Hunde 200 km am Stück und nach 6 Stunden stehen sie am Stake out und wollen weiter!"

Ich war ja mit meinen Hunden auch auf Tour am Rennsteig - mit dem Bollerwagen. Der hatte insgesamt bestimmt ein Gewicht von 70 kg und das auf den kleinen Rädern, die im Gelände sehr schlecht rollen. Als ich von Masserberg Richtung Neustadt auf dem Rennsteig zog, wurde der Weg immer schmaler. Wurzeln und große Steine waren auf dem Weg......   Die Wolfsspitze zogen ja damals noch nicht so mit und ich hatte viel selbst mit geholfen.

Dann kam ein Stück...  Erstmal musste ich über eine Holzbrücke über einen Graben, ca 5m tief. Etliche Bohlen waren bereits durchgebrochen. Die Lücken waren gerade noch so schmal, dass die Räder  nicht durchrutschten. Auf der anderen Seite schlängelte sich dann ein Pfad bergab - voll mit Wurzel und großen Steinen am Rand und sehr schmal. Ich schaute Cleo an - sie schaute mich an - und bellte fordernd - "Los jetzt! Wir schaffen das!"  Ich machte Cleo allein am Wagen fest und wir gingen los - in millimeter-Kleinstarbeit mit tausend Kommandos "links, langsam zu - noch ein Schritt - rechts -  halt den Wagen..." ging es über die Brücke - Cleo hatte ein Gefühl dafür, brachte den Wagen sicher rüber - die Brücke war ja so schmal, dass ich nicht daneben gehen konnte! Drüben angekommen lachte sie übers ganze Gesicht! Dann den Pfad runter - da musste ich ja bremsen und Cleo musste im Slalom um die großen Steine, durch die Wurzeln schlug die Vorderachse oft rum - so zogen wir langsam talabwärts ca 100m..... Oh nein!   Da kamen Stufen und ein so schmaler Hohlweg, dass noch nicht mal ein Hund neben mir hätte laufen können!  Wieder schauten wir uns an! Ich sagte "Cleo - es nutzt nichts - wir müssen wieder hoch!" Sie antwortete "Hmhm..." und fing an zu drehen - auch sie hatte erkannt, dass wir dort nicht weiterkommen. Und dann ackerte sie los!  - So etwas muss man erleben! Cleo stemmte sich mit aller Macht ins Geschirr und zog den Wagen vor mir diesen mit Steinen und Wurzeln übersäten Schlängelweg hoch, wartete kurz an der Brücke, bis ich an der Deichsel war und zog den Wagen mit der gleichen Präzision wieder zurück! Dabei strahlten ihre Augen - endlich mal eine richtige Aufgabe! Das andere ist ja alles langweilig! Drüben angekommen hätte sie eigentlich erstmal umfallen müssen so schwer wie der Wagen den Berg hoch wird und dann noch über die Wurzeln! Aber nein, ich spannte sie aus und sie hüpfte in lustigen Bocksprüngen um mich herum - überglücklich.......

Ich war dann die richtige Straße entlang gelaufen, wo die Autos fahren - das war ein Krampf.......  Also suchte ich für heimwärts dann (ohne Wagen) einen anderen Weg und fand auch einen Waldweg, der mit "Masserberg" ausgeschildert war. Als wir heimwärts diesen Weg entlang zogen, endete dieser Weg genau am  Fuße des Ski-Abfahrtshanges. Oben, wusste ich, ist der breite Weg des Rennsteigs und dann noch ca 1km nach Masserberg. Als Alternative blieb wieder die Straße ca 1,5km bis Masserberg und durch Masserberg durch! Wieder schauten wir uns an .....   Klar, wie Cleo sich entschieden hatte!  - wir gehen gerade den Abfahrtshang hoch! Natürlich hatte ich da die Wolfsspitze mit angespannt - die haben mal kurz probiert "Oh, Uh - ne, das ist zu schwer!" ihre Zugleinen hingen nach 5 m durch! Und Cleo .... Sie stemmte sich wieder mit aller Macht dagegen! Ich zog mit...  1 und 2 und 3 und 4 .... und 10  - Pause. Mehr schaffte man nicht am Stück. Der Wagen war tonnenschwer über den Wiesenhang zu ziehen. Einmal hatte Cleo was gerochen und ging ein Stückchen zurück - ich konnte den Wagen nicht halten! Aber Cleo reagierte sofort und hielt den Wagen an! Sie lag fast auf der Erde soweit stemmte sie sich nach vorn und 1 und 2......    ich rutschte aus - Cleo hielt allein den Wagen! Keinen Millimeter rollte der Wagen zurück. Nach der Hälfte des Weges dachte ich schon, ich kipp aus den Latschen aber es nutze nix - rauf ging’s. Oben angekommen plumpste ich ins Gras, machte Cleo los - und Cleo - lachte übers ganze Gesicht, hüpfte wieder mit lustigen Sprüngen um mich herum - die Augen strahlten - und ging dann erstmal Mäuse jagen - es war ja gerade nix los ...... und ich dachte, die fällt oben um!