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Hundeplatz
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Mit Chaila auf dem
Hundeplatz zu arbeiten, war herrlich. Sie lernte sehr schnell, ließ
sich kaum ablenken, weder von Mensch noch Hund. Mit anderen Hunden
verstand sie sich prima.
Allerdings darf
man einen Wolfsspitz nicht mit Zwang ausbilden. Früher hieß es oft,
Wolfsspitze sind stur, man kann ihnen nichts beibringen. Nach der
alten Methode mit Leinenruck, Druck auf Kruppe oder Widerrist bei Sitz
bzw. Platz kann es tatsächlich passieren, dass der Wolfsspitz sich
einfach umdreht und geht. Warum soll er sich auch durch die Gegend
zerren lassen, dass hat der Wolfsspitz nicht nötig!
Arbeitet man mit
ihm über Motivation (Ball bzw. Leckerli) lernt er schnell und
zuverlässig. So auch Chaila. Chaila ist sehr verfressen. Klar, dass
die Leckerli-Methode für sie die Richtige ist. |
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Und das hat nichts
mit Bestechen zu tun. Es ist ganz einfach Belohnung fürs richtige Tun.
Ich bestimme, wann es das Leckerli gibt – am Anfang wird bereits der
richtige Ansatz belohnt, dann die richtige Handlung und später nur
noch perfekte Leistung – aber dann mit Checkpot – also etwas
Besonderem. Das spornt die Hunde an, immer bessere Leistungen zu
zeigen. Zwang braucht man nicht fürs Lernen sondern höchstens fürs
Abgewöhnen von „Unarten“.
Sehr schnell hatte
Chaila die Unterordnung für die Begleithundeprüfung gelernt, ging über
die Bahn im Breitensport ohne Fehler. Chaila war so herrlich
unkompliziert, kein Prinzipienreiter wie meine drei Collies davor.
Wenn man mit den Collies z.B. trainierte, über eine braune Kletterwand
zu springen, diskutierten sie mit einem „Nein, wir können nicht über
die grüne Wand springen, die sieht ja ganz anders aus.“ Hatten andere
Hunde das Bringholz schon aufgenommen, konnten die Collies da nicht
mehr ran. Stand ein Richter zu nah am Hindernis und rauchte gar noch,
konnten die Collies nicht drüberspringen. Ähnlich ist jetzt auch Cleo,
die Samojedendame, nicht ganz so edebedede, aber auch Prinzipienreiter
durch und durch. „Ich bin schon immer Fuß aus dem Hier hintenrum! Da
mach ich es nicht anders! Das ist falsch!“ Meinen Spitzen ist das
alles egal. Was Frauchen will, ist ok. Die Springen und Klettern über
alles, egal, wie es aussieht und was oder wer daneben steht. „Nicht
mehr hintenrum bei Fuß sondern vorne rumrutschen? Ok, wird gemacht!“
Man kann also ruhig auch mal einen Fehler in der Ausbildung machen.
Der Wolfsspitz nimmt einem das nicht für übel und lässt sich leicht
korrigieren. |
Chaila legt ihre
zweite Begleithundeprüfung als Tagesbeste ab, im Breitensport hatte sie
die paar Mal, die wir starteten, immer den 1. Platz (59 Punkte UO). Chaila
ist einfach die Zuverlässigkeit in Person. Das hat sie bestimmt von ihrem
Vater Aaron geerbt.
Schnell wurde ihr der
Breitensport zu langweilig und wir trainierten Agility. Das war ihre Welt.
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Ich legte damals
gerade die Ausbilderprüfung ab, machte noch den Lehrgang für
Agility-Ausbilder. Dann kam das erste Turnier – in einer Reithalle.
Und die Hunde, also Fritzi und Chaila sind super gelaufen. Fritzi
gleich 1. Platz. Chaila eigentlich auch, wäre da nicht der breiten
Ausleger gewesen. Chaila sprang über den Ausleger (er war fast 1m
breit) und nicht über die Stange und gleich noch übers nächste
Hindernis – somit war ich disqualifiziert. Wir hatten zu diesem
Zeitpunkt auf unserem Hundeplatz noch keine richtigen Agility-Geräte.
Also hatten wir selbst Hürden gebaut oder zusammengestellt. Und eine
sah eben genau aus wie der Ausleger. Aber sonst war sie schnell und
fehlerfrei. Ich hatte mich damals trotzdem riesig gefreut. Ich brauche
keine Pokale, aber es muss schön aussehen, der Hund freudig laufen und
sicher arbeiten. |
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Den Fehler macht
sowieso meist der Mensch. Schnell hatten Chaila und Fritzi ihre
Qualifikationen zusammen und liefen in der A2.Chaila lernte da sogar den
schnellen Border-Collies das Fürchten. Sie sah zwar nicht so schnell aus,
aber durch ihre korrekte Arbeit, ohne durchgeknallt zu rasen, machte sie
sehr enge Bögen und Wendungen, reagierte sofort ohne Umwege auf
Sichtzeichen und legte so machen Lauf unter 30 Sekunden hin. Chaila wurde
damals vorwiegend von meiner Nichte Cornelia geführt. Wenn Cornelia den
Weg richtig und vor allem schnell genug zeigen konnte, war sie immer auf
dem Treppchen. Wer Agility trainiert, weiß, wie schwierig es ist, mit
einem schnellen Hund zu arbeiten.
Den aktiven Hundesport
in der Art habe ich aufgegeben. Ich war Ausbildungswart in unserem Verein,
Agility-Obmann in der Kreisgruppe, gab Seminare, war teilweise 3mal die
Woche auf dem Hundeplatz als Ausbilder (als erster dort, als letzter
gegangen). Da blieb kaum Zeit für die eigenen Hunde. Die Therapiearbeit
mit den behinderten Kindern ist mir mit der Zeit wichtiger geworden als
der Hundeplatz. Ich kann aber die Zeit nur einmal geben, zwischendurch
muss man leider auch Geld verdienen. So viel meine Entscheidung für die
Kinder.
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